Von Auckland nach Mangawhai Heads – 23.04.

Warum wache ich eigentlich immer so frĂŒh auf? Es ist wieder erst 7 Uhr… đŸ€” Mein RĂŒcken tut weh. Wir haben uns in den letzten Tagen eindeutig zu wenig bewegt…

Typische Morgenposition des Kindes: Augenklappe von Emirates und schön zum Schlafen geordnete Kuscheltiere.
Teich an unserem Stellplatz
Unser Stellplatz am Morgen: zwei andere Camper auf einem Fußballfeld-großen Parkplatz…

Aber was kann so ein heißes KĂ€ffchen am Morgen doch die Lebensgeister wecken. Sogar Grit ist fĂŒr ihre VerhĂ€ltnisse frĂŒh aus dem Bett und so bloggen wir gemeinsam Fuß an Fuß bis es 9 Uhr ist und wir bei Kiwi anrufen können.

Zu unserem Erstaunen kommen wir auch gleich durch. Wir schildern unsere Probleme (Bremsen, Autositz, KĂŒhlschrank). Die Frau in der Leitung meint, dass es dann wohl das Beste sei, wenn wir in eine Werkstatt fahren oder ins Kiwi Depot kommen. Sie fragt nach unserem genauen Standort als plötzlich die Verbindung weg ist und eine automatische Stimme sagt: „… ihr Guthaben ist alle… gerne können sie es wieder aufladen…“… đŸ˜ đŸ˜€ Sehr seltsam!!! Unsere 200 Freiminuten von unserem Sparks-Handyvertrag haben wir noch lange nicht vertelefoniert!?!

Da wir komischerweise mit meinem Telefon gar nicht anrufen können, sind wir kurz ratlos. Ein RĂŒckruf kommt auch nicht. Dann fahren wir jetzt einfach ins Kiwi-Depot!

Eine Dreiviertel Stunde spĂ€ter rollen wir bei Kiwi Campers auf den Hof. Die Rezeptionistin ist auch Deutsche: im Work&Travel-Jahr. Dies vereinfacht das Ganze fĂŒr uns. Schnell stellt sich raus, dass wir nicht mit ihr telefoniert hatten (aber mit wem dann?). Wir schildern erneut unsere Defekte und sie holt die Mechaniker, die sich das zu dritt anschauen. Einer fĂ€hrt den Wagen (noch mit dem malenden Kind drin 😼!) in die Werkstatt und wir stellen uns auf eine lange Wartepause ein.

Nur zehn Minuten spĂ€ter kommt ein Mechaniker zu uns und meint, der Sitz mĂŒsse komplett ausgetauscht werden. Da das lange dauern wĂŒrde, bekommen wir einen Ersatzwagen… Waaaaas? Schon wieder? Der dritte? Auf der anderen Seite… der ist sauber, alles funktioniert (hoffentlich) und wir können schnell weiterfahren. Am meisten wundern wir uns darĂŒber, dass die Mechaniker noch nicht mal bei den Bremsen geguckt hatten, sondern schon beim Sitz den Austausch angeboten haben. Egal.

Im gewohnten Modus lassen wir die Wagen TĂŒr an TĂŒr stellen und reichen so all unsere Sachen in den neuen Wagen hinĂŒber. Als wir halb zwölf wieder vom Hof rollen, hat uns der erneute „Swap“ insgesamt nur zwei Stunden gedauert.

Camper Nummer drei: KCQ331, KCQ330 und KCQ333 hatten wir nun schon. In der Reihe wĂŒrde uns nur noch die 332 fehlen!-)

Von der gewonnenen Zeit ĂŒberrascht, mĂŒssen wir uns erst einmal ein neues Ziel ĂŒberlegen. Richtung Norden auf alle FĂ€lle und dabei möglichst schnell aus Auckland raus. Großstadt liegt uns nicht. Wir fahren ĂŒber die verschiedenen Highways auf gut gefĂŒllten Straßen durch Auckland. Ist das Berufsverkehr? So viele Autos an einem Dienstag Mittag… Vielleicht verlĂ€ngertes Osterwochenende?

On the road bei Auckland

Apropos Mittag. Wir fahren von der SH1 ab nach Puhoi, einer der ersten böhmisch-deutschen Siedlungen in Neuseeland. Im örtlichen Pub bestellen wir uns was zu essen. Die GetrĂ€nke gehen aufs Hause, „… we have some problems with the CO2…“ Also Cola ohne Sprudel. Dankeschön. Der Laden ist urig. Überall an den WĂ€nden haben sich GĂ€ste verewigt, in Form von Ausweisen, Visitenkarten oder Geldscheinen mit Grußworten. An der Decke hĂ€ngen alte, rostige Pfannen, Töpfe und SĂ€geblĂ€tter. Die böhmische Akkordeon-Tradition springt von den Photos an den WĂ€nden. Und der Barmann zĂŒndet bei milden Temperaturen draußen den Kamin in der Ecke an…

Cola ohne SĂ€ure
Das Kind beim Schaukeln am Fluss: wie immer angstfrei…
Autokennzeichen eines echten Lokalpatrioten in Puhoi!-)

Wir sind mittlerweile nördlich von Auckland. Die Straße ist jedoch unverĂ€ndert voll. Wir sind froh, dass wir bald abbiegen können. Wir wollen nach Mangawhai Heads. Hier wollen wir einen der offiziellen neuseelĂ€ndischen Great short walks laufen, den Mangawhai Cliffs Walkway.

Auch wenn unverĂ€ndert Wolken am Himmel sind, ist die Luft mild bis warm. Wir parken direkt am Strand und laufen los. Es sind viele Menschen unterwegs, die sich hier aber gut verteilen: Surfer, Hundebesitzer, PĂ€rchen, einige Schwimmer… Von einer SanddĂŒne rutschen kleine und große Kinder mit Brettern den Hang hinunter. Was macht unser Kind? Rollt sich wie einst in DĂ€nemark voller Schwung hinab… đŸ€—

Nach knapp einem Kilometer am Strand beginnt der offizielle Wanderweg. Wir können auf den Klippen langwandern oder unten am Strand. Letzteres ist abhĂ€ngig von den Gezeiten laut Infotafel. Das Wasser geht grad zurĂŒck, also perfekt fĂŒr einen Rundweg. Wir beginnen „oben rum“ und kraxeln ĂŒber viele Stufen die Klippen hinauf, bis wir den Ausguck erreicht haben. Von dort folgen wir dem schmalen Wanderweg, an dem es rechts von uns steil hinab geht. Unser liebes Wanderkind halten wir mit diversen Spielen bei Laune. Nebenbei bringen wir ihr so bei, was Substantive, Verben und Adjektive sind. NatĂŒrlich spielerisch verpackt und immer schön mit Reimen 😉…

„Hens and Chickens Isands“ am Horizont

Der Regen kommt dichter…
Vier oder fĂŒnf Regenbögen haben wir bei der Wanderung gesehen…

Irgendwann beginnt der Weg sich wieder langsam hinab zu schlĂ€ngeln. Über erneut viele Stufen gelangen wir wieder an den Strand. Hier treffen wir einen Geocacher, der seinen letzten Schatz auf dieser Strecke sucht. Da die Batterie seines Telefons alle ist, weiß er den genauen Fundort nicht. Wir sind keine gute Hilfe: kein Netz. Eine halbe Stunde spĂ€ter ĂŒberholt er uns mit glĂŒcklichem Gesicht… er war doch noch fĂŒndig. Hatte auf der falschen Wegseite gesucht!-)

Mittlerweile regnet es. LÀnger und stÀrker, als wir es erwartet hÀtten. So werden wir einmal schön nass. Da wir aber in Bewegung sind, bleiben wir warm.

Der Abschnitt am Strand ist voll mit Steinen und Geröll unterschiedlicher GrĂ¶ĂŸe, was das Gehen erschwert. Auf der anderen Seite ist es genau diese Abwechslung, die diesen Walk fĂŒr uns so interessant macht. Und das Kind murrt nicht! Ok, sie bummelt hier und da (Steine und Muscheln sammeln), aber sie ist dabei!

Nach drei, vier Steinbuchten erreichen wir endlich reinen Sand. Ab hier lĂ€uft es sich wieder normal und wir kommen schneller voran. Mittlerweile hat der Regen aufgehört und die Sonne scheint wieder. Nach gut 2,5 Stunden sind wir am Ausgangspunkt zurĂŒck und freuen uns ĂŒber so viel abwechslungsreicher Bewegung. Grits RĂŒcken atmet auf!-)

Wieder tolle & spannende Gesteinsformationen.

Somewhere over the Rainbow…

VerrĂŒcktes HolzstĂŒck…

Es ist halb sechs, die Sonne geht langsam unter und wir fahren nur noch zum in der NĂ€he gelegenen Mangawhai Heads Holiday Park. Hier kann man Rochen vom Steg aus sehen. Aber nur bei Ebbe. Und im Hellen. Stattdessen spielen wir wieder ein WĂŒrfelspiel. Hanna verliert mehrfach, hat sich aber eine gute Taktik gegen ihren Ärger zurechtgelegt. „OK, alle wieder auf Anfang und nochmal!“ 😂😂😘

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